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24.06.2026

Nachhaltiges Bauen zwischen Lehm, KI und Green Transformation 

Wie sieht die Zukunft des Bauens aus? Beim DGNB Tag der Nachhaltigkeit 2026 wurde diese Frage nicht abstrakt diskutiert, sondern anhand konkreter Lösungen, neuer Technologien und veränderter Formen der Zusammenarbeit beleuchtet. 

Unser Kollege Andreas Welz war vor Ort und hat zahlreiche fachliche Impulse mitgebracht. Sein Eindruck: Die Bau- und Immobilienbranche befindet sich mitten in einem tiefgreifenden Wandel. Entscheidend ist längst nicht mehr nur, ob Transformation notwendig ist, sondern wie nachhaltiges Bauen in Planung, Materialwahl, Gebäudebetrieb und Projektorganisation wirksam umgesetzt werden kann. 

Als Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) verfolgen wir diese Entwicklungen mit besonderem Interesse. Die DGNB präsentierte im Rahmen der Jahresversammlung ihre weitere Entwicklung mit stabilen Mitgliederzahlen, steigenden Zertifizierungen und einer klaren Internationalisierungsstrategie. Mit Blick auf das 20-jährige Jubiläum im Jahr 2027 will die Organisation ihren globalen Anspruch weiter stärken. 

Ein zentrales Thema war die Rolle nachhaltiger Gebäude als Schlüssel zur Green Transformation in Europa. Eine aktuelle Vergleichsstudie zeigte die Stärken des DGNB-Systems gegenüber internationalen Nachhaltigkeitsstandards wie LEED und BREEAM, insbesondere mit Blick auf Ganzheitlichkeit, Zukunftsfähigkeit und die Anforderungen des European Green Deal. 

Konkrete Lösungen statt abstrakter Debatten 

Nachhaltiges Bauen entsteht nicht durch eine einzelne Lösung, sondern durch das Zusammenspiel vieler Ansätze. Die DGNB Sustainability Challenge zeigte, wie breit das Innovationsspektrum inzwischen ist. Vorgestellt wurden unter anderem: 

Viele dieser Lösungen befinden sich bereits auf dem Weg in die breite Anwendung. Für die Planungspraxis ist das ein wichtiges Signal: Nachhaltigkeit wird zunehmend messbar, technisch konkreter und stärker in die Anforderungen an zukunftsfähige Gebäude integriert. 

Nachhaltigkeit als gemeinsame Planungsaufgabe 

Neben technischen Innovationen standen gesellschaftliche und strukturelle Fragen im Fokus. DGNB-Präsident Christoph Samsøe betonte die Bedeutung von Suffizienz: Nachhaltigkeit bedeutet nicht nur, Dinge besser zu machen, sondern häufig auch, weniger Ressourcen zu verbrauchen, weniger Fläche zu beanspruchen und bewusster zu planen. Für Bauherren, Planende und Fachingenieure erweitert das den Blick von reiner Effizienz auf die grundsätzliche Angemessenheit von Gebäuden und deren Nutzungen. 

Auch neue Formen der Zusammenarbeit wurden diskutiert. Komplexe Bauprojekte benötigen Vertrags- und Planungsmodelle, die frühzeitige Abstimmung, interdisziplinäre Entscheidungen und gemeinsame Verantwortung besser ermöglichen. Gerade bei Themen wie Bauphysik, Energieeffizienz, Raumkomfort, Brandschutz, Kreislauffähigkeit und Zertifizierung zeigt sich, wie wichtig integrierte Planung von Beginn an ist. 

Weitere Impulse kamen unter anderem von Cem Özdemir, der zu mehr Mut zu Innovationen, weniger Bürokratie und mehr Vertrauen in die Gestaltungskraft der Menschen aufrief. Am Beispiel des modernen Lehmbaus wurde deutlich, wie traditionelle Materialien durch Forschung, Digitalisierung und neue Fertigungsmethoden zu Zukunftstechnologien werden können. 

Die Bühnendiskussionen vermittelten insgesamt eine ermutigende Perspektive. Im Mittelpunkt standen weniger die bekannten Herausforderungen der Transformation als konkrete Lösungsansätze für eine zukunftsfähige Bau- und Immobilienbranche. Besonders positiv blieb die Botschaft von Yvonne Zwick in Erinnerung: Zukunft entsteht durch Zusammenarbeit, langfristiges Denken und Begegnungen auf Augenhöhe. 

Unser Fazit: Die Transformation des Bauens steht nicht erst bevor. Sie ist bereits in vollem Gange.  

Mehr zu unserem Beitrag für nachhaltiges Bauen finde Sie in unserem Expertisenbereich Nachhaltigkeit


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